Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber bei Taschen bin ich inzwischen ziemlich anspruchsvoll geworden. Sie soll natürlich schön aussehen, sehr gern sogar, aber sie muss bei mir auch im echten Leben einwandfrei mithalten können.
Wenn nach Handy und Portemonnaie eigentlich schon kein Platz mehr ist oder ich fünf Minuten nach meinem Schlüssel suche, weil die Tasche zwar hübsch, aber völlig unpraktisch ist, hält sich meine Begeisterung meistens in Grenzen.
Umso besser gefällt mir, was sich bei den Taschen-Trends für Herbst und Winter 2026/27 gerade abzeichnet. Denn neben kleinen, eleganten Modellen kommen wieder Taschen zurück, die tatsächlich nach Tasche aussehen dürfen: Bowling Bags, weiche Hobo Bags, Shopper und strukturierte Henkeltaschen. Gleichzeitig bleiben die länglichen East-West-Formen und kleine Crossbody Bags spannend.
Und das Beste daran: Für die meisten dieser Trends braucht man überhaupt keinen komplett neuen Look. Jeans, Pullover, Mantel, vielleicht ein Paar Loafer oder Boots und eine andere Taschenform kann plötzlich dafür sorgen, dass die Sachen, die sowieso schon im Schrank hängen, ganz anders aussehen.
Ich habe mich deshalb durch die aktuellen Modelle bei OTTO geschaut und sieben Taschen herausgesucht, an denen man die wichtigsten Trends richtig schön sehen kann. Nicht als „Das müsst ihr jetzt alles kaufen“-Liste, sondern eher als Inspiration dafür, welche Formen gerade wiederkommen und wie man sie im Alltag tragen kann.
1. Bowling Bags sind zurück und ich verstehe inzwischen auch, warum
Bei Bowling Bags musste ich tatsächlich kurz überlegen, wann ich diese Taschenform zuletzt so häufig gesehen habe. Und dann fiel es mir wieder ein: irgendwann in den 2000ern. Damals waren diese eher länglichen Taschen mit zwei kurzen Henkeln gefühlt überall.
Jetzt sind sie wieder da – nur wirken viele Modelle etwas ruhiger und erwachsener. Die Form erinnert teilweise an klassische Doctor Bags: eher breit, häufig leicht abgerundet und mit zwei Henkeln. Dadurch sehen Bowling Bags gleichzeitig ein bisschen retro und ziemlich elegant aus.
Was ich daran besonders mag: Sie können ein ganz normales Outfit sofort aufwerten. Gerade wenn ihr wie ich häufig Jeans und Strick tragt, ist so eine strukturierte Tasche ein schöner Gegenpol. Man muss also nicht plötzlich aussehen, als käme man gerade von einer Fashion Week. Eine gute Jeans, Pullover, Mantel und die Tasche reichen völlig.
JOOP! Cortina Piazza Aurora Bowling Bag
Bei der Cortina Piazza Aurora von JOOP! sieht man ziemlich gut, was ich mit dieser Form meine. OTTO führt sie ausdrücklich als Bowlingtasche, und sie hat genau diese kompakte, strukturierte Silhouette, die einem einfachen Outfit sofort etwas Angezogeneres gibt.
2. East-West Bags: Der Name klingt komplizierter als die Tasche ist
East-West Bag klingt erstmal ein bisschen so, als müsste man dafür ein Modelexikon besitzen. Gemeint sind aber im Grunde einfach diese auffällig länglichen Taschen, die gerade überall auftauchen: deutlich breiter als hoch und häufig so geschnitten, dass sie schön unter dem Arm oder nah am Körper getragen werden können.
Ich musste mich an diese Proportion tatsächlich erst wieder gewöhnen. Wenn man jahrelang eher hohe Shopper, Crossbody Bags oder klassische Handtaschen gesehen hat, sieht diese sehr horizontale Form zunächst ungewohnt aus.
Inzwischen verstehe ich aber, warum sie so gut funktioniert. Sie macht selbst ein ziemlich schlichtes Outfit sofort ein bisschen moderner. Besonders zu geraden oder weiteren Hosen finde ich die Proportion schön.
Joop Jeans Lietissimo 1.0 Janita
Die Janita wird bei OTTO als Handtasche im Querformat beschrieben. Sie ist also kein Modell, auf dem groß „East-West Bag“ steht, aber genau diese horizontale Richtung ist es, die den aktuellen Look ausmacht.
Praktisch finde ich außerdem, dass sie nicht nur Tragegriffe, sondern auch einen abnehmbaren und verstellbaren Schulterriemen hat. Denn so schön kurze Henkel aussehen: Im echten Leben bin ich ziemlich froh, wenn ich eine Tasche irgendwann einfach über die Schulter hängen kann.
3. Hobo Bags: Endlich dürfen Taschen wieder weich aussehen
Auf diesen Trend habe ich mich ehrlich gesagt ein bisschen gefreut. Nach all den sehr festen, kleinen und teilweise ziemlich kantigen Taschen darf es wieder weicher werden.
Hobo Bags fallen lockerer, wirken weniger streng und schmiegen sich beim Tragen eher an den Körper. Gerade im Herbst passt das für mich perfekt, weil wir sowieso wieder mehr Strick, weichere Stoffe und längere Mäntel tragen.
Und ganz nebenbei haben diese Taschen häufig einen Vorteil, den ich nicht unterschätzen würde: Man bekommt tatsächlich etwas hinein.
TOM TAILOR CAIA Hobo Bag
Die CAIA von Tom Tailor ist so ein Modell, bei dem ich direkt dachte: Ja, genau so meine ich das. Nicht steif, nicht überladen und laut Produktbeschreibung mit mehreren Innen- und Außenfächern ausgestattet. Dazu gibt es einen zusätzlichen verstellbaren Schulterriemen.
Das Obermaterial ist ein weich genarbtes Nubuklederimitat. Gerade bei einer Hobo Bag finde ich eine weichere Oberfläche viel passender als etwas Hochglänzendes und sehr Starres.
4. Der Shopper bleibt – zum Glück
Ich bewundere Frauen, die den ganzen Tag mit einer winzigen Tasche auskommen. Wirklich. Ich gehöre nur leider nicht dazu.
Spätestens wenn Wasserflasche, Portemonnaie, Handy, Schlüssel, vielleicht noch ein Notizbuch und irgendein „Das könnte ich später noch brauchen“-Ding mitmüssen, bin ich wieder beim Shopper.
Deshalb finde ich es auch überhaupt nicht schlimm, dass große Taschen nicht verschwinden. Interessanter werden gerade vor allem Modelle, die praktisch sind, aber nicht nach reiner Einkaufstasche aussehen.
Gabor Gela Shopper
Der Gela Shopper von Gabor ist für mich genau so ein unkompliziertes Modell. Die Form ist klassisch, dazu kommen kleine Metall-Details, zwei Tragegriffe und ein zusätzlicher abnehmbarer Schulterriemen.
Innen gibt es laut Produktdaten unter anderem ein Reißverschlussfach, ein Smartphone-Fach und ein Steckfach. Und ja, über solche Sachen freue ich mich inzwischen fast genauso sehr wie über die Optik. Eine große Tasche ohne vernünftige Innenfächer wird bei mir nämlich innerhalb von ungefähr drei Minuten zum schwarzen Loch.
5. Bucket Bags sind wieder da, aber erwachsener
Bucket Bags beziehungsweise Beuteltaschen sind eigentlich nie komplett verschwunden. Trotzdem habe ich das Gefühl, dass sie gerade wieder interessanter werden. Vor allem, weil sie inzwischen nicht mehr nur sehr boho und verspielt aussehen.
Es gibt viele Modelle, die zwar die typische Beutelform behalten, aber durch Henkel, strukturiertere Materialien oder Metall-Details deutlich angezogener wirken.
Das macht sie für mich auch leichter kombinierbar. Man muss dazu weder Maxikleid noch Fransenweste tragen. Jeans und Strick reichen völlig.
Guess Melody Bucket
Bei der Melody Bucket von Guess gefällt mir genau diese Mischung. Die Grundform ist lässiger, durch die doppelten Henkel und die dekorativen Details wirkt sie aber nicht wie ein reiner Freizeitbeutel.
6. Crossbody Bags bleiben weil sie einfach praktisch sind
Manche Trends verschwinden irgendwann wieder, andere bleiben einfach, weil sie im Alltag zu gut funktionieren. Für mich gehört die Crossbody Bag eindeutig zur zweiten Kategorie.
Wenn ich unterwegs nicht viel brauche, möchte ich ehrlich gesagt auch keine riesige Tasche mit mir herumtragen. Handy, Portemonnaie, Schlüssel, vielleicht Lippenpflege und fertig.
Interessanter finde ich momentan allerdings etwas elegantere Crossbody Bags statt sehr sportlicher Modelle. Dann kann man sie nämlich genauso gut zum Mantel oder Blazer tragen wie zur Jeans.
Tommy Hilfiger TH Joy Camera Bag
Die TH Joy Camera Bag ist genau so ein unkompliziertes kleines Modell. Sie hat eine klare Form, einen Reißverschluss und einen verstellbaren Schulterriemen.
Und gerade bei einer kleinen Tasche finde ich einen Reißverschluss tatsächlich wichtig. Ich möchte mein Handy schließlich nicht beim Einsteigen ins Auto irgendwo auf dem Parkplatz verteilen.
7. Strukturierte Henkeltaschen machen selbst Jeans plötzlich schick
Das ist wahrscheinlich der Trend, den ich am einfachsten in meinen eigenen Kleiderschrank integrieren könnte: eine etwas strukturiertere Henkeltasche, die den Rest des Outfits praktisch allein aufwertet.
Ich mag Kleidung, die man wirklich tragen kann. Deshalb möchte ich nicht jedes Mal ein komplett durchgestyltes Outfit bauen, nur weil ich etwas angezogener aussehen möchte. Genau dafür sind solche Taschen perfekt.
Jeans, Pullover, Mantel und dazu eine schöne Henkeltasche. Fertig.
Tommy Hilfiger American Icon Mini Tote aus Veloursleder
Bei dieser American Icon Mini Tote hat mich vor allem das Material interessiert. Laut Produktdaten besteht sie aus Nappa- und Veloursleder. Dazu kommen doppelte Tragegriffe und ein abnehmbarer, verstellbarer Schulterriemen.
Und Veloursleder ist für mich sowieso eines dieser Materialien, die sofort nach Herbst aussehen. Zusammen mit Denim, Wolle oder Strick bekommt ein Outfit dadurch Wärme und Struktur, ohne dass man dafür mit Mustern oder sehr auffälligen Farben arbeiten muss.
Welche Taschenfarben gefallen mir für Herbst und Winter 2026/27?
Wenn ihr meinen Kleiderschrank kennt, überrascht euch wahrscheinlich nicht, dass ich nicht automatisch bei Beige lande. Natürlich sind Schwarz, Taupe und dunkles Braun unkompliziert, doch gerade bei Accessoires darf für mich auch ein ordentlicher Eyecatcher dabei sein.
Meine Favoriten für die Saison:
Burgundy, dunkles Rot, Schokoladenbraun, Oliv und tiefe Beerentöne. Selbst zu Navy oder Denim können solche Farben richtig gut aussehen.
Und man muss dann auch nicht anfangen, Schuhe, Gürtel und Tasche exakt aufeinander abzustimmen. Ich finde es inzwischen sogar interessanter, wenn nicht alles aussieht, als wäre es zusammen im Set gekauft worden.
Zu einer dunkelblauen Jeans und einem grauen Mantel kann beispielsweise eine bordeauxfarbene Tasche genau das sein, was dem Outfit noch gefehlt hat. Und zu einem eher dunklen Winterlook darf es meinetwegen auch mal eine Tasche in kräftigem Pink oder einem satten Grün sein.
Veloursleder ist für mich eines der schönsten Taschenthemen im Herbst
Wenn es ein Material gibt, das für mich sofort Herbstgefühl auslöst, dann ist es Veloursleder. Diese matte, leicht samtige Oberfläche passt einfach unglaublich gut zu Strick, Denim, Cord und Wolle.
Besonders schön finde ich dabei warme Braun- und Schokoladentöne. Aber auch Burgundy oder dunkles Oliv können in Veloursleder richtig edel aussehen.
Wer es unkomplizierter möchte, findet inzwischen aber auch viele Taschen in Wildleder- oder Nubukoptik. Wichtig wäre mir dabei weniger, ob das Material gerade einen Trendnamen trägt, sondern ob Oberfläche und Verarbeitung insgesamt hochwertig wirken.
Müssen Tasche und Schuhe eigentlich noch zusammenpassen?
Kurz gesagt: nein. Zumindest nicht in dem Sinne, dass braune Schuhe zwingend eine exakt gleich braune Tasche brauchen.
Ich finde sogar, dass Outfits häufig interessanter aussehen, wenn die Accessoires miteinander harmonieren, aber nicht identisch sind. Cognacfarbene Loafer können beispielsweise wunderbar zu einer dunkelbraunen oder bordeauxfarbenen Tasche funktionieren.
Was ich eher im Blick behalten würde, ist die Gesamtwirkung. Sehr sportliche Sneaker plus sehr elegante kleine Abendtasche können natürlich funktionieren. In dem Falle sollte dieser Stilbruch aber gewollt aussehen.
Welche Taschengröße braucht man wirklich?
Das ist so eine Frage, bei der Modetrends eigentlich ziemlich egal sind. Denn eine Tasche, die nicht zum eigenen Alltag passt, wird am Ende im Schrank liegen, ganz gleich wie schön sie aussieht.
Die bessere Frage ist für mich deshalb:
„Was nehme ich eigentlich wirklich jeden Tag mit?“
Wenn ihr regelmäßig eine Trinkflasche, ein größeres Portemonnaie, Brillenetui, Kosmetiktäschchen oder vielleicht sogar Unterlagen mitnehmt, würde ich mich nicht von einer winzigen Trendtasche überzeugen lassen. Dann ist ein Shopper, eine größere Hobo Bag oder eine geräumigere Bowling Bag wahrscheinlich die bessere Wahl.
Wenn dagegen meistens nur Handy, Schlüssel und Kartenetui mitmüssen, kann eine kleine Crossbody Bag wunderbar funktionieren.
Welche Tasche passt zu welchem Outfit?
Eine einfache Regel, die ich ganz hilfreich finde: Wenn das Outfit sehr weich und lässig ist, kann eine strukturierte Tasche einen schönen Kontrast setzen. Oversize-Strick, weite Jeans und langer Mantel bekommen mit einer Bowling oder Top-Handle Bag sofort etwas mehr Form.
Ist das Outfit dagegen ohnehin sehr klar, zum Beispiel mit Blazer, Stoffhose und geradem Mantel, darf die Tasche ruhig etwas weicher sein. Eine Hobo oder Bucket Bag nimmt dem Ganzen ein bisschen die Strenge.
Und dann gibt es natürlich noch die Tage, an denen mir solche Regeln vollkommen egal sind und ich einfach die Tasche nehme, in die alles reinpasst. Die gehören auch zum Leben.
Mein Fazit zu den Taschen-Trends 2026/27
Was mir an den aktuellen Taschen-Trends wirklich gefällt: Man muss dafür nicht seinen kompletten Stil ändern.
Viele der Formen kennen wir eigentlich schon. Bowling Bags waren schon einmal da, Hobo Bags sowieso, Shopper sind nie wirklich verschwunden und Crossbody Bags werden wahrscheinlich noch ziemlich lange bleiben. Neu ist eher, wie diese Formen gerade kombiniert und interpretiert werden.
Deshalb würde ich auch nicht versuchen, jeden Trend mitzunehmen. Schaut lieber, was in eurem eigenen Kleiderschrank noch fehlt.
Und genau so mag ich Mode inzwischen am liebsten: nicht als ständige Aufforderung, alles neu zu kaufen, sondern als Ideenquelle dafür, mit wenigen Dingen wieder etwas Neues aus dem eigenen Kleiderschrank zu machen.
FAQ: Taschen-Trends 2026/27
Welche Taschen sind im Herbst und Winter 2026/27 modern?
Spannend sind unter anderem Bowling beziehungsweise Doctor Bags, längliche East-West-Silhouetten, strukturierte Henkeltaschen und weichere, lässigere Taschenformen. Auch Hobo Bags, Shopper und Crossbody Bags lassen sich sehr gut in aktuelle Looks integrieren.
Was ist eine East-West Bag?
Eine East-West Bag ist vor allem an ihren Proportionen zu erkennen: Sie ist deutlich breiter als hoch und wirkt dadurch lang und horizontal. Es gibt diese Silhouette als Schultertasche, Henkeltasche oder Tote.
Was ist der Unterschied zwischen Hobo Bag und Bucket Bag?
Eine Hobo Bag ist meist weich und eher geschwungen und fällt beim Tragen locker zusammen. Eine Bucket Bag erinnert stärker an einen Beutel beziehungsweise Eimer und hat häufig eine rundere oder aufrechtere Grundform.
Welche Tasche eignet sich fürs Büro?
Das hängt vor allem davon ab, was mitmuss. Für Unterlagen, Trinkflasche und den üblichen Alltagskram ist ein Shopper praktisch. Wer weniger transportiert, kann auch zu einer größeren Bowling Bag oder einer strukturierten Henkeltasche greifen.
Welche Tasche passt am besten zu Jeans?
Eigentlich fast jede. Eine Bowling oder Top-Handle Bag lässt Jeans etwas eleganter wirken, Hobo und Bucket Bags unterstützen einen lässigeren Look. Eine kleine Crossbody Bag ist besonders unkompliziert für den Alltag.
Sind große Shopper noch modern?
Große Taschen bleiben schon deshalb relevant, weil sie im Alltag funktionieren. Besonders schön finde ich Modelle, die praktisch sind, aber trotzdem eine klare Form, eine interessante Oberfläche oder schöne Details mitbringen.
Welche Taschenfarbe lässt sich einfach kombinieren?
Schwarz und dunkles Braun sind unkompliziert. Aber auch Burgundy, Cognac, Taupe oder dunkles Oliv können erstaunlich vielseitig sein. Gerade zu Denim, Navy, Grau, Creme oder Schwarz kann eine etwas farbigere Tasche sehr schön wirken.
Müssen Tasche und Schuhe dieselbe Farbe haben?
Nein. Tasche und Schuhe müssen nicht exakt aufeinander abgestimmt sein. Häufig wirkt es sogar moderner, wenn die Farben miteinander harmonieren, aber nicht identisch sind.

