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Anfänger-Guide

Was bedeutet „Clean Beauty“ wirklich? Definition, Abgrenzung zur Naturkosmetik und was Clean Beauty Anfänger wissen sollten

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Clean Beauty Anfänger — schlichtes Badregal mit wenigen Pflegeprodukten in Braunglas
Schlichtes Badregal mit wenigen Pflegeprodukten — (unsplash.com)

Es hat wieder gespannt.

Vormittags noch okay, am Abend dann diese trockenen Stellen an den Wangen, dazu ein Jucken an der Stirn, das nicht weggehen wollte. Ich hatte an dem Tag nichts anderes gemacht als sonst. Und trotzdem stand ich vor einem Regal voller Tiegel, die alle irgendwas versprochen hatten, und wusste nicht, welcher davon schuld war. Genau an diesem Punkt landen die meisten Clean Beauty Anfänger: Man kauft nicht deshalb neu, weil man Lust auf Kosmetik hat, sondern weil die Haut zickt und man endlich Ruhe will.

Dann liest man sich ein. Und stößt sofort auf ein Wort, das überall klebt: clean. Auf Serumfläschchen, auf Duschgel, auf Sonnencreme. Bei mir hat das ziemlich lange gedauert, bis ich verstanden habe, was dieses Wort eigentlich bedeutet. Nämlich: nichts Festgelegtes. Es gibt für „Clean Beauty“ kein Siegel, keine Prüfstelle, keine Kriterien, die jemand kontrolliert. Jede Marke darf es draufschreiben. Utopia formuliert das ziemlich trocken: kein offizielles Siegel, keine offiziellen Prüfstellen.

Das klingt erst mal ernüchternd. Für mich war es der Anfang von etwas Besserem. Weil ich aufgehört habe, auf die Vorderseite zu schauen, und angefangen habe, die Rückseite zu lesen. Das ist der ganze Trick, und der zieht sich durch diesen kompletten Artikel: Was deine Haut merkt, steht nicht auf der Vorderseite. Es steht in der Liste hinten drauf, und meistens ist die kürzere die freundlichere.

Warum so viele Clean Beauty Anfänger nach ein paar Wochen aufgeben

Der Einstieg läuft fast immer gleich ab. Man sieht ein Reel, in dem jemand sein Bad ausräumt, kauft daraufhin sechs neue Sachen auf einmal, benutzt alle gleichzeitig, und nach zwei Wochen ist die Haut schlechter als vorher. Nur weiß man jetzt noch weniger, woran es liegt, weil man ja sechs Variablen gleichzeitig verändert hat. Das ist kein Willensproblem. Das ist ein Aufbauproblem.

Dazu kommt die Sache mit dem Vokabular. Auf einer Verpackung steht heute gern alles gleichzeitig: clean, vegan, natürlich, dermatologisch getestet, frei von Silikonen, ohne Duftstoffe. Vier dieser fünf Begriffe sagen über die Verträglichkeit für deine Haut ungefähr gar nichts. Wenn man das nicht weiß, sortiert man Produkte nach Wörtern statt nach Inhalt und wundert sich, dass die Auswahl nicht besser wird.

Und dann ist da noch die Erwartung an die Geschwindigkeit. Kosmetik pflegt. Sie repariert nichts über Nacht, und sie heilt auch keine Hauterkrankung. Sie kann das Hautgefühl und das Erscheinungsbild verändern, mehr ist ehrlicherweise nicht drin. Wer nach zehn Tagen eine andere Haut erwartet, hört nach zwölf Tagen wieder auf.

Bei mir hat sich erst etwas getan, als ich radikal reduziert habe. Nicht, weil weniger Produkte magisch wären, sondern weil ich zum ersten Mal sehen konnte, worauf meine Haut überhaupt reagiert. Weniger ist mehr klingt nach Kalenderspruch. In der Praxis heißt es einfach: weniger Variablen, mehr Information. Außerdem hat die Haut Zeit, sich zu entspannen und zu regenerieren.

Die drei häufigsten Anfängerfehler

Fehler 1: Das Label kaufen statt der Liste

„Frei von Parabenen“ steht auf sehr vielen Flaschen. Was kaum jemand weiß: Diese Formulierung ist rechtlich heikel. Nach der EU-Werbeaussagen-Verordnung 655/2013 und dem dazugehörigen Auslegungsdokument gilt sie als unlauter, weil Parabene zugelassen und als sicher bewertet sind und die Aussage konkurrierende Produkte herabsetzt. Fachjuristen raten Herstellern inzwischen ganz von „frei von“ ab. Genauso wackelig ist „frei von Konservierungsstoffen“ bei Produkten, die stattdessen mit Alkohol oder ätherischen Ölen haltbar gemacht werden. Das Konservierungsmittel heißt dann nur anders.

Ab dem 27. September 2026 wird der Rahmen noch enger. Dann greift in Deutschland die Umsetzung der EmpCo-Richtlinie, und pauschale Umweltaussagen wie „umweltfreundlich“, „grün“ oder „öko“ sind ohne Beleg nicht mehr zulässig, ebenso wie selbstgemachte Nachhaltigkeitssiegel ohne unabhängige Kontrolle (Übersicht bei Rödl & Partner). Für dich heißt das: Ein Teil der schönen Wörter auf den Verpackungen wird in den nächsten Monaten verschwinden. Die Inhaltsstoffliste bleibt.

Fehler 2: Der App-Score als Urteil, nicht als Hinweis

Ich nutze selbst eine Scan-App für Kosmetik und Badprodukte, und ich will sie nicht missen. Aber ich habe eine Weile gebraucht, um zu verstehen, was so ein Score eigentlich misst. Bei Yuka zum Beispiel gilt: Der schlechteste einzelne Inhaltsstoff bestimmt die Farbe. Die Konzentration spielt keine Rolle, die Einwirkzeit auch nicht, und ob du das Produkt abwäschst oder auf der Haut lässt, geht ebenfalls nicht ein (gute Einordnung dazu bei der FHAM).

Das ist der Unterschied zwischen Gefahr und Risiko. Gefahr heißt: Der Stoff kann grundsätzlich problematisch sein. Risiko heißt: Was passiert bei dieser Menge, in diesem Produkt, bei dieser Anwendung. Apps bewerten das Erste. Ein Nebeneffekt davon: Produkte ohne nennenswerte Wirkstoffe schneiden oft besser ab als solche mit. Ein roter Score ist ein Anlass, die Liste selbst zu lesen. Ein Urteil ist er nicht.

Fehler 3: Natürlich mit verträglich verwechseln

Das ist der Punkt, der mich selbst am meisten Geld und Nerven gekostet hat. Pflanzlich heißt nicht mild. Duftstoffe gehören zu den häufigsten Auslösern von Kontaktallergien, und der Deutsche Allergie- und Asthmabund macht dabei ausdrücklich keinen grundsätzlichen Unterschied zwischen ätherischen Ölen und synthetischen Duftstoffen: Beide können reizen. Limonene, Linalool und Geraniol, drei sehr verbreitete Bestandteile ätherischer Öle, werden durch Luftsauerstoff sogar zu stärkeren Allergenen umgebaut (DAAB zu Duftstoffen). Die angebrochene Flasche vom letzten Sommer ist also nicht dieselbe wie die neue.

Ein Beispiel, das ich beim Recherchieren selbst nachgeschlagen habe: eine mineralische Sonnenlotion mit dem Wort „Sensitiv“ im Namen, zertifizierte Naturkosmetik, kein chemischer Filter. In der Deklaration stehen trotzdem Limonene, Linalool, Geraniol, Citronellol, Coumarin, Citral und Benzyl Benzoate. Das ist kein Skandal und kein schlechtes Produkt. Es ist nur eben nicht duftfrei, obwohl alles auf der Vorderseite in diese Richtung zeigt.

Clean Beauty Anfänger — Was steckt wirklich drin? Bei Clean Beauty lohnt sich ein genauer Blick auf die Inhaltsstoffliste.
Die Rückseite entscheidet, nicht die Vorderseite — Unsplash (unsplash.com)

Die Basics: Was die Begriffe auf der Packung wirklich heißen

Bevor du irgendetwas kaufst, lohnen sich zehn Minuten Vokabeln. Danach liest sich jede Verpackung anders.

INCI-Liste, Toner, Leave-on: Naturkosmetik Tipps fürs Etikett

INCI-Liste (= die Liste der Inhaltsstoffe auf der Rückseite, in einheitlicher internationaler Schreibweise, meist auf Latein und Englisch). Sie ist EU-weit Pflicht und nach Menge sortiert: Was vorne steht, ist am meisten drin. Ab einem Anteil unter einem Prozent darf die Reihenfolge frei gewählt werden, deshalb steht der teure Pflanzenextrakt oft trotzdem weiter oben, als er es verdient hätte. Wasser heißt darin Aqua, Sheabutter heißt Butyrospermum Parkii Butter.

Toner (= Gesichtswasser, das nach der Reinigung aufgetragen wird). Serum (= dünnflüssiges Konzentrat, das vor der Creme kommt). Leave-on (= bleibt auf der Haut, zum Beispiel Creme und Serum) und Rinse-off (= wird abgewaschen, zum Beispiel Duschgel und Shampoo). Der Unterschied ist wichtiger, als er klingt: Bei Leave-on-Produkten reagiert empfindliche Haut deutlich eher, weil der Stoff stundenlang draufbleibt.

Occlusiv, Humectant, Emollient stehen für die drei Arten, wie Feuchtigkeit in der Haut gehalten wird: abdichten, Wasser binden, weich machen. Du musst dir das nicht merken. Es hilft nur zu wissen, dass eine Creme ohne diese Bausteine nichts hält.

Clean Beauty, Naturkosmetik, Biokosmetik: der Unterschied in einem Absatz

Clean Beauty ist ein Versprechen ohne Prüfstelle. Der Begriff kommt aus den USA, meint meist den Verzicht auf eine selbst gewählte Liste an Stoffen, und niemand kontrolliert ihn. Naturkosmetik dagegen ist über Siegel definiert. Bei COSMOS sind Paraffine, Erdölprodukte, Silikone, PEG, synthetische Duftstoffe sowie synthetische UV-Filter und Farbstoffe ausgeschlossen; COSMOS Organic verlangt zusätzlich, dass mindestens 95 Prozent der pflanzlichen Rohstoffe aus biologischem Anbau stammen. NATRUE verlangt natürliche, naturnahe oder naturidentische Inhaltsstoffe und schließt Silikone, Parabene, Mikroplastik, synthetische Duftstoffe und Mineralöle aus (Siegelübersicht bei Utopia). Biokosmetik ist die Stufe darüber, mit einem festgelegten Mindestanteil an Bio-Rohstoffen.

Kurz gesagt: Ein Siegel sagt dir, was nicht drin ist und woher die Rohstoffe kommen. Es sagt dir nicht, ob dein Gesicht das Produkt mag. Verträglichkeit ist individuell und steht auf keiner Verpackung.

Eine Änderung betrifft dich gerade ganz praktisch: Seit dem 31. Juli 2026 müssen neu in den Handel gebrachte Kosmetika rund 80 statt bisher 24 Duftstoffallergene namentlich deklarieren, Altbestände dürfen noch bis Juli 2028 abverkauft werden (Details bei Juravendis). Die Listen werden also länger, ohne dass sich die Rezeptur geändert hat. Wer wie ich auf Duftstoffe achtet, bekommt dadurch zum ersten Mal wirklich zu sehen, was drin ist.

Die Starter-Routine für Clean Beauty Anfänger: drei Schritte, mehr nicht

Diese Routine ist bewusst langweilig. Sie ist dafür gebaut, dass du nach vier Wochen sagen kannst, was funktioniert. Neue Produkte kommen einzeln dazu, mit mindestens zwei Wochen Abstand, sonst weißt du am Ende wieder nichts.

Schritt 1: Reinigen, aber sanft

Abends einmal richtig, morgens reicht bei trockener und empfindlicher Haut oft klares Wasser. Wenn du Make-up oder Sonnencreme trägst, ist ein Reinigungsöl angenehmer als Schaum: Du massierst es auf die trockene Haut, emulgierst es mit ein bisschen Wasser zu einer milchigen Textur und spülst ab. Es zieht nicht aus, es rubbelt nicht. Das Gefühl von „quietschsauber“ nach dem Waschen ist übrigens kein gutes Zeichen, sondern meistens ein Hinweis darauf, dass das Tensid zu scharf war. Wenn deine Haut nach der Reinigung spannt, ist die Reinigung das erste, was du wechselst, nicht die Creme.

Schritt 2: Eine Creme mit kurzer Liste, Naturkosmetik Tipps für die Auswahl

Hier gilt der rote Faden dieses Artikels am direktesten. Suche nach einer Creme mit möglichst wenigen Inhaltsstoffen und ohne Parfum. Es gibt zertifizierte Cremes mit neun Inhaltsstoffen, und wenn eine davon nicht passt, findest du die Ursache in Minuten statt in Wochen. Achte auf das Wort Parfum am Ende der Liste und auf die Duftstoffnamen, die du oben gelernt hast. Reichhaltig oder leicht entscheidest du nach Gefühl: Wenn die Creme nach zwanzig Minuten noch glänzt und du dich unwohl fühlst, nimm die leichtere Variante. Für sehr trockene Stellen kannst du abends punktuell etwas mehr auftragen, statt das ganze Gesicht dicker einzucremen.

Schritt 3: Sonnenschutz, jeden Tag mit Tageslicht

Das ist der Schritt, den alle überspringen, und der einzige, bei dem ich ungern diskutiere. Mineralische Filter wie Zinkoxid und Titandioxid liegen auf der Haut statt einzuziehen, deshalb weißeln viele davon leicht. Es gibt Formulierungen, die das gut lösen, und sie kosten meistens mehr. Wichtig für empfindliche Haut: Auch als Naturkosmetik zertifizierte Sonnenprodukte enthalten fast immer ätherische Öle. Wenn Duftstoffe bei dir ein Thema sind, lies hier besonders genau und teste an einer kleinen Stelle, bevor du dir das großflächig ins Gesicht gibst.

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Eine Seite, die in die Jackentasche passt: die Duftstoffnamen, auf die ich achte, die vier Siegel im Vergleich und drei Fragen, die ich mir vor jedem Kauf stelle. Zum Ausdrucken oder aufs Handy.

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Womit du am Anfang lieber noch wartest

In jedem zweiten Video geht es um Wirkstoffe. Retinol, Säurepeeling, hochdosiertes Vitamin C. Die gehören nicht in den ersten Monat, und zwar aus einem sehr praktischen Grund: Sie verändern die Haut spürbar, und wenn deine Basisroutine noch nicht steht, kannst du Reaktionen überhaupt nicht mehr zuordnen.

Wenn du später damit anfängst

Retinoide (Retinol und Verwandte): langsam einschleichen, am Anfang zwei Abende pro Woche, immer abends. Tagsüber ist Sonnenschutz Pflicht. In Schwangerschaft und Stillzeit bitte vorher ärztlich abklären.

AHA und BHA (Frucht- und Salicylsäure zum Peelen): niedrige Konzentration, nicht täglich, nicht kombiniert mit Retinoiden am selben Abend. Sonnenschutz ebenfalls Pflicht, weil die Haut lichtempfindlicher wird.

Hochdosiertes Vitamin C: kann bei empfindlicher Haut kribbeln oder brennen. Mit einer niedrigen Konzentration anfangen und schauen, wie es sich anfühlt.

Und noch etwas, das dir beim Umstieg begegnen kann: die sogenannte „Erstverschlimmerung“ oder das „Skin Purging“. Ganz aus der Luft gegriffen ist das nicht. Bei bestimmten Wirkstoffen, die den Zellumsatz beeinflussen, kann sich das Hautbild zu Beginn tatsächlich vorübergehend verschlechtern. Das bedeutet allerdings nicht, dass sich die Haut erst einmal von „Giftstoffen“ oder Unreinheiten reinigen muss. Und vor allem ist nicht jede Verschlechterung automatisch ein gutes Zeichen. Starkes oder anhaltendes Brennen, Juckreiz und deutliche Rötungen können vielmehr darauf hindeuten, dass deine Haut gereizt auf ein Produkt reagiert. Deshalb würde ich Beschwerden nicht einfach mit dem Gedanken aussitzen, die Haut müsse da jetzt durch. .

Textur zuerst auf dem Handrücken prüfen — (unsplash.com)

Meine persönlichen Pflegefavoriten

Diese drei Produkte gehören zu meiner eigenen täglichen Pflegeroutine. Ich habe über die Zeit einiges ausprobiert und bin immer wieder bei diesen drei geblieben, weil meine Haut persönlich sehr gut mit ihnen zurechtkommt. Das ist keine allgemeine Empfehlung oder eine Routine, die für jede Haut passen muss. Gerade bei empfindlicher Haut ist Verträglichkeit sehr individuell.

1. Saling Schafmilchseife Natur

Damit beginne ich meine Gesichtspflege. Ich verwende die feste Schafmilchseife zur Reinigung und komme mit dieser einfachen Form der Reinigung persönlich sehr gut zurecht. Auch hier gilt: Nur weil meine Haut sie mag, muss feste Seife nicht für jede empfindliche Haut die richtige Wahl sein.

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2. Avène Hydrance UV Reichhaltig SPF 30

Diese Creme verwende ich inzwischen seit rund eineinhalb Jahren und vertrage sie persönlich sehr gut. Interessant finde ich dabei, dass sie Parfum enthält. Gleichzeitig habe ich zuvor verschiedene andere Cremes ausprobiert, darunter auch Bio- und Naturkosmetik, mit denen meine Haut deutlich weniger gut zurechtkam. Für mich ist das ein gutes Beispiel dafür, dass ein bestimmtes Label allein noch nicht entscheidet, was die eigene Haut tatsächlich verträgt.

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3. ONE.TWO.FREE! Hyaluronic Power Serum

Auch beim Serum habe ich einiges ausprobiert, von günstigeren bis zu höherpreisigen Produkten und unterschiedlichen Kosmetikrichtungen. Dieses Serum ist eines der wenigen, bei denen meine Haut persönlich ruhig bleibt und mit dem ich dauerhaft gut zurechtkomme. Deshalb gehört es für mich inzwischen fest zu meiner Routine.

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Kein Affiliate-Link.

* Affiliate-Link: Wenn du über einen gekennzeichneten Link etwas kaufst, erhalte ich eine kleine Provision. Für dich ändert sich der Preis nicht. Danke, dass du dadurch meine Arbeit an diesem Blog unterstützt. Alle Angaben beruhen auf meiner persönlichen Erfahrung und ersetzen keine individuelle dermatologische Beratung.

Der Patch-Test: die zehn Minuten, die dir Wochen sparen

Ich habe das jahrelang nicht gemacht, weil es lästig ist. Heute mache ich es bei jedem neuen Produkt, und zwar so: eine kleine Menge in die Ellenbeuge oder hinters Ohr, zwei Tage lang einmal täglich, an derselben Stelle. Nicht abwaschen, nichts anderes drüber. Wenn nach 48 Stunden nichts rot ist, nichts juckt und nichts brennt, geht das Produkt aufs Gesicht. Wenn doch, hast du eine kleine gereizte Stelle am Arm statt eines gereizten Gesichts.

Der Satz, den ich mir am längsten merken musste: natürlich heißt nicht automatisch verträglicher. Pflanzenstoffe können reizen und allergisieren, ätherische Öle besonders. Umgekehrt heißt synthetisch auch nicht automatisch schlecht. Deine Haut kennt diese Kategorien nicht. Sie reagiert auf konkrete Moleküle, und welche das bei dir sind, findest du nur durch geduldiges Ausprobieren heraus. Genau deshalb ist die kurze Liste so praktisch: weniger Kandidaten, schnellere Antwort.

⚕️ Wichtiger Hinweis

Dieser Artikel ersetzt keine dermatologische Beratung. Bei anhaltenden Hautproblemen, starken Reaktionen oder Unsicherheit, zum Beispiel in der Schwangerschaft, frag bitte eine Hautärztin oder einen Hautarzt. Mach bei neuen Produkten einen Patch-Test. Was ich hier beschreibe, ist meine eigene Erfahrung und keine Behandlungsempfehlung.

Clean Beauty Anfänger — Pinterest-Grafik mit drei Pflegeprodukten für die Starter-Routine
Weniger ist mehr: Merk dir den Artikel auf Pinterest — (unsplash.com)

Häufige Fragen

Wie viel Budget brauche ich für den Start?

Mit etwa 25 bis 55 Euro kommst du für drei Produkte hin, je nachdem, wie teuer der Sonnenschutz wird. Das reicht für die ersten zwei bis drei Monate, weil du nichts parallel verbrauchst. Teurer wird es immer dann, wenn man mehrere Sachen gleichzeitig kauft und die Hälfte davon nicht verträgt. Fang mit der Creme an, das ist der Posten mit dem größten Effekt pro Euro. Der Sonnenschutz ist der zweite. Alles andere kannst du dir später überlegen, wenn du weißt, wie deine Haut auf die Basis reagiert. Wenn das Geld knapp ist: Drogerie-Naturkosmetik ist eine völlig legitime Wahl, die Zertifizierungen sind dieselben.

Wo kaufe ich am besten ein? Naturkosmetik Tipps für Drogerie, Online und Bioladen

In der Drogerie hast du den Vorteil, dass du die Packung in der Hand hältst und die Inhaltsstoffliste sofort lesen kannst. Online findest du mehr Auswahl und meist die vollständige Deklaration in der Produktbeschreibung, aber du solltest sie wirklich anklicken statt nur den Werbetext zu lesen. Im Bioladen bekommst du oft Beratung und kleinere Marken, dafür ein schmaleres Sortiment. Ich mache es gemischt: Basisprodukte in der Drogerie, spezielle Sachen online. Achte bei Online-Bestellungen auf das Mindesthaltbarkeitsdatum und darauf, ob die Ware aus einem Restposten kommt, denn angebrochene und alte Ware verändert sich. Ein Tipp, der mir viel gebracht hat: Wenn dich online eine Deklaration nicht überzeugt, schau, ob dieselbe Marke ihre Listen auf der eigenen Website vollständig veröffentlicht. Wer das nicht tut, fliegt bei mir raus.

Was mache ich, wenn ich auf ein Produkt reagiere?

Zuerst absetzen, und zwar nur dieses eine Produkt, damit du weißt, woran es lag. Danach ein paar Tage nur mit lauwarmem Wasser reinigen und der Creme pflegen, die du schon verträgst. Notiere dir, welches Produkt es war und was genau passiert ist, das hilft dir und später auch in der Hautarztpraxis. Wenn die Reaktion stark ist, sich ausbreitet, nässt oder nach ein paar Tagen nicht abklingt, geh bitte damit zur Ärztin oder zum Arzt und nimm die Verpackung mit. Bei wiederholten Reaktionen kann eine allergologische Abklärung sinnvoll sein, dort wird gezielt getestet, worauf du reagierst. Rate nicht selbst herum und probiere in dieser Zeit nichts Neues aus. Deine Haut braucht dann Ruhe und keine weitere Baustelle.

Ist Naturkosmetik automatisch besser für empfindliche Haut?

Nein. Zertifizierte Naturkosmetik sagt dir etwas über die Herkunft der Rohstoffe und darüber, welche Stoffgruppen ausgeschlossen sind. Über deine persönliche Verträglichkeit sagt sie nichts. Duftstoffe gehören zu den häufigsten Auslösern von Kontaktallergien, und viele davon sind pflanzlich. Der Deutsche Allergie- und Asthmabund weist ausdrücklich darauf hin, dass sowohl ätherische Öle als auch synthetische Duftstoffe reizen können. Was für empfindliche Haut wirklich zählt, ist eine kurze Inhaltsstoffliste ohne Parfum, egal ob das Produkt ein Siegel trägt oder nicht. Es gibt hervorragende zertifizierte Produkte für empfindliche Haut, und es gibt zertifizierte Produkte, die voller ätherischer Öle stecken. Der Unterschied steht auf der Rückseite.

Wie lange halten die Produkte? Naturkosmetik Tipps zur Haltbarkeit

Auf der Verpackung findest du ein kleines geöffnetes Tiegel-Symbol mit einer Zahl, zum Beispiel 6M oder 12M. Das ist die Zeit, die das Produkt nach dem Öffnen verwendet werden sollte. Naturkosmetik kommt oft mit milderen Konservierungssystemen aus und ist deshalb tendenziell kürzer haltbar als konventionelle Produkte. Pflanzenöle und Produkte mit ätherischen Ölen verändern sich zusätzlich durch Luftsauerstoff, dabei können aus Bestandteilen wie Limonene und Linalool stärkere Allergene entstehen. Deshalb kaufe ich lieber kleine Größen und keine Vorräte. Ein Produkt, das anders riecht als am Anfang oder sich in der Textur verändert hat, kommt weg. Bei Tiegeln nehme ich die Creme mit einem sauberen Spatel statt mit den Fingern, das verlängert die Haltbarkeit spürbar.

Muss ich mein ganzes Bad auf einmal austauschen?

Bitte nicht. Das ist teuer, es ist unökologisch, und du lernst dabei nichts über deine Haut. Benutze auf, was du hast und gut verträgst. Wenn ein Produkt leer wird, ersetzt du es durch eines mit kürzerer Liste und schaust vier Wochen zu. So tauschst du im Lauf eines Jahres fast alles aus, ohne einmal vor einem Regal voller neuer Fehlkäufe zu stehen. Priorität haben die Leave-on-Produkte, weil sie stundenlang auf der Haut bleiben: Creme, Serum, Sonnenschutz. Duschgel und Shampoo werden abgewaschen und sind meistens weniger dringend. Diese Reihenfolge hat bei mir den größten Unterschied gemacht.

Was ich nach all dem Testen sagen würde

„Clean Beauty“ ist kein Qualitätsmerkmal, sondern ein Wort, das eine Marke selbst vergibt. Zertifizierte Naturkosmetik ist mehr als das, weil dahinter geprüfte Kriterien stehen. Aber auch ein Siegel beantwortet die einzige Frage nicht, die für dich zählt: Verträgt meine Haut das? Diese Antwort steht auf keiner Verpackung, sie entsteht bei dir im Bad, über Wochen, mit wenigen Produkten und etwas Geduld.

Bei mir hat sich mit der Zeit vor allem eines verändert: Ich schaue genauer hin und probiere nicht mehr mehrere neue Produkte gleichzeitig aus. Inhaltsstofflisten können dabei eine gute Orientierung sein, aber sie sagen nicht allein voraus, was die eigene Haut tatsächlich verträgt. Meine Haut kommt zum Beispiel mit manchen Naturkosmetikprodukten nicht gut zurecht, während ich eine Creme mit Parfum seit langer Zeit problemlos verwende. Deshalb ändere ich heute lieber nur ein Produkt nach dem anderen und beobachte in Ruhe, wie meine Haut darauf reagiert.

studio_nell

Ich habe empfindliche Haut und kam mit populärer Kosmetik lange nicht zurecht: trockene Stellen, Jucken, dieses Spannen am Abend. Also habe ich angefangen, systematisch zu testen und nachzulesen. Diesen Blog schreibe ich für Clean Beauty Anfänger, die genau an dem Punkt stehen, an dem ich damals stand. Erfahrungswerte aus meinem eigenen Bad, dazu recherchierte Tipps mit Quellen. Ohne Wunderversprechen, dafür mit Inhaltsstofflisten.

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